Madrid bewegt

In Madrid lehnen sich ab 1977 junge Leute gegen die Konventionen des von der Franco-Diktatur geprägten Spaniens auf: Sie färben sich die Haare grün, tragen mit Nieten besetzte Lederjacken und hochhackige Stiefel aus Leopardenfellimitat. Und sie stellen sich mit E-Gitarren auf die Bühne, schreiben Songs, drehen Filme, malen und fotografieren. Eine künstlerische Ausbildung haben diese AkteurInnen ebenso wenig wie Respekt vor Tabus oder Traditionen – dafür agieren sie mit großem Spaß. Verbreitet vor allem von den Medien, steckt ihre Unbekümmertheit und Experimentierfreude bald Menschen in ganz Spanien an.
Dieses Buch schildert sowohl das Kunstschaffen als auch den Lebensstil in der sogenannten Movida Madrileña. Dabei stützt sich die Autorin auf Werkanalysen sowie auf Interviews mit bekannten Movida-AkteurInnen wie Ouka Lele, Ana Curra und Alberto García-Alix. In Anlehnung an Konzepte der Aktionskunst

wird die Movida als Zusammen-
spiel von Raum, Zeit, Personen und deren Handlungen aufgefasst. Damit gelingt dem Buch die erste Gesamtdarstellung und Deutung dieses vielschichtigen Phänomens der spanischen Transición.