Kommissar auf vier Hufen

Na, komm!“, sagt Carsten Richter und führt seinen Kollegen freundlich, aber energisch hinaus. Der rupft im Vorbeigehen etwas Heu von einem Ballen und lässt sich dann vor dem Stall an einem Ring in der Wand festbinden. Carsten Richter ist Polizist, sein Kollege ein Pferd namens Caribic. Sie bereiten sich an diesem Tag im Frühling auf einen Einsatz vor. Gemeinsam mit sechs anderen Polizisten und Polizeipferden sollen sie bei einem Fußballspiel in Hamburg dafür sorgen, dass sich die Fans nicht prügeln.
Carsten Richter nimmt eine Bürste und einen Striegel und beginnt mit kreisenden Bewegungen, Caribics Fell zu putzen. Immer wenn er den Striegel auf dem Steinboden klopft, macht es klack, klack. Caribic dreht den Kopf nach hinten. Er knabbert an der Waffe, die Carsten Richter am Gürtel trägt. Er scharrt mit einem Vorderhuf. Er zupft an der blauen Uniform des Polizisten und reißt eine Schulterklappe der Uniform

ab. „Ist gut, Dicker, hör auf!“ Er sei gerade im Flegelalter, sagt Richter über den sieben Jahre alten Caribic. Wie die meisten Polizeipferde ist er ein Wallach, also ein kastrierter Hengst. Bis vor einem Jahr sprang er noch mit anderen Pferden um die Wette, doch weil er seinen Eigentümern nicht hoch genug sprang, verkauften sie ihn an die Polizei. Richter ist der Charakter des Tieres viel wichtiger als die Höhe seiner Sprünge: „Caribic ist so, wie ein Polizeipferd sein soll: ruhig, ausgeglichen und unerschrocken.“ Er geht sogar durchs Feuer…

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